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Das Investment: Ebase-Chef: „Stimmungstief bei Schwellenländer-Investments könnte durchschritten sein“

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SJB | Korschenbroich, 18.01.2016. Am „Black Monday“ startete auch das deutsche Börsenjahr denkbar schlecht. Ausgehend von Chinas Marktaussetzung wurden die Börsen weltweit durchgeschüttelt. Wie sich das in den Aufträgen deutscher Anlageberater niederschlägt, fragte DAS INVESTMENT.com Ebase-Chef Rudolf Geyer.

DAS INVESTMENT.com: Das neue Börsenjahr begann mit einem Kursrutsch in Fernost. Inwiefern dürfte das die Handelsaktivitäten von Deutschlands Anlageberatern hinsichtlich heimischer Aktienfonds beeinflussen?

Rudolf Geyer: Erfahrungsgemäß dürften die Börsenturbulenzen dazu führen, dass grundsätzlich weniger in risikoreichere Anlagen investiert wird. Allerdings werden Berater auch verstärkt Umschichtungen für ihre Kunden vornehmen, sofern festgelegte Risikoparameter überschritten werden. Daher sehen wir bei hohen Schwankungen an den Aktienmärkten oft auch eine hohe Handelsaktivität. Dies betrifft insbesondere den Handel mit ETFs über Ebase, der im vergangenen Jahr stark zugenommen hat. Die Handelsaktivitäten mit ETFs haben das ganze Jahr über deutlich stärker zugenommen als mit klassischen Fonds.

DAS INVESTMENT.com: Und welche Reaktion erwarten Sie hinsichtlich der Nachfrage nach Schwellenländer-Investmentfonds?

Geyer: Es gibt kaum ein Anlagethema, das in den vergangenen 12 Monaten so kritisch diskutiert wurde wie die Entwicklung in den Schwellenländern. Gerade die Stabilität der chinesischen Volkswirtschaft steht ohnehin unter genauer Beobachtung. Daher erwarte ich bei den Anlageberatern keine extremen Reaktionen nach den wiederholt schwierigen Entwicklungen an der Börse in China Anfang Januar. Ich habe den Eindruck, das Stimmungstief bei Schwellenländer-Investments könnte sogar schon durchschritten sein.

DAS INVESTMENT.com: Wie entwickelte sich das Interesse an Investmentfonds für die Schwellenländer in den vergangenen Monaten?

Geyer: Im vierten Quartal verzeichneten Schwellenländer-Fonds sogar bereits eine spürbare Nachfragesteigerung und wurden mit einem Kaufquotienten von 1,21 um 21 Prozent stärker geordert als verkauft. Das war eine Trendwende, im dritten Quartal wurden Schwellenländer-Fonds noch sehr stark verkauft. Deutlich wird das an einem Kaufquotienten von 0,60.

DAS INVESTMENT.com: Welche weiteren Überraschungen lieferte die Analyse der jüngsten Daten?

Geyer: Eine stark positive Tendenz zeigten im vierten Quartal auch Fonds für amerikanische Aktien. Diese wiesen sowohl ein stark erhöhtes Mittelaufkommen als auch einen Kaufquotienten von 1,52 auf, was bedeutet, dass sie im Durchschnitt um rund 50 Prozent stärker gekauft als verkauft wurden. Im dritten Quartal war das Mittelaufkommen noch negativ und der Kaufquotient lag bei 0,90, was deutlich mehr Verkäufe als Käufe anzeigte.

DAS INVESTMENT.com: Und bei welchen Anlageregionen verzeichneten Sie in der aktuellen Statistik ein besonders hohes Minus?

Geyer: Deutlich ins Negative gedreht hat das Interesse an Euroland-Aktienfonds. Während sie im dritten Quartal noch stark gefragt waren, wurden sie im vierten Quartal mit einem Kaufquotienten von 0,82 bei hohen Handelsvolumina mehrheitlich verkauft.

DAS INVESTMENT.com: Und auf welche Anlageregionen setzten die Anleger zuletzt am stärksten?

Geyer: Die Regionen Welt und Deutschland waren hinsichtlich des Mittelaufkommens am stärksten gefragt. Dies bestätigt sich auch hinsichtlich der Kaufquotienten. So wurden weltweit anlegende Aktienfonds im vierten Quartal 2015 um 16 Prozent stärker gekauft als verkauft. Der Kaufquotient beträgt hier 1,16. Bei deutschen Aktienfonds lag der Quotient bei 1,65, was um 65 Prozent höhere Käufe als Verkäufe bedeutete. Damit bestätigten sich im vierten Quartal die Trends, die auch bereits im dritten Quartal zu beobachten waren, als diese Anlageregionen ebenfalls von den angeschlossenen Finanzberatern am stärksten nachgefragt waren.

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Welche Investmentfonds stehen bei Deutschlands Finanzberatern aktuell auf der Einkaufsliste? Und bei welchen Produkten ihrer Kunden ziehen sie stattdessen Anlagegelder ab? Das verdeutlicht künftig eine monatliche Auswertung der Umsätze und Umschichtungen bei der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase) exklusiv bei DAS INVESTMENT.com.

Das Ebase-Fondsbarometer spiegelt die Handelsaktivität aller Fondsberater wider, die für die Kooperationspartner der B2B-Direktbank tätig sind. Der Index wird zum einen von der Handelsaktivität bestimmt, die auf dem Handelsvolumen basiert. Das lässt unmittelbare Rückschlüsse auf den aktuellen Jahrestrend zu.

In den Gesamtindex geht zum anderen der Kaufquotient ein, der Veränderungen der Mittelzu- und -abflüsse ausdrückt. Dabei werden die monatlichen Zuflüsse des Berichtszeitraums in Relation zu den monatlichen Abflüssen gesetzt. Depots für institutionelle Kunden und der betrieblichen Altersversorgung werden nicht berücksichtigt.

Von: Christian Hilmes

Quelle: DAS INVESTMENT.

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