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Das Investment: Hasenstab: Warum wir wegen China nicht in Panik verfallen

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SJB | Korschenbroich, 21.01.2016. Der Crash an den chinesischen Märkten bereitet Anlegern auch weiterhin Sorgen: Wie soll es mit der größten Volkswirtschaft der Welt weitergehen und welche Konsequenzen hat das für den Rest der Welt? Doch Michael Hasenstab beruhigt und erklärt, warum viele Ängste übertrieben sind.

In der ersten Woche des neuen Jahres sind die chinesischen Aktienmärkte deutlich gefallen, was an den weltweiten Finanzmärkten heftige Turbulenzen ausgelöst hat. Zwar sind wir uns darüber im Klaren, dass der Kursrutsch die Anleger beunruhigt. Doch unsere fundierten langfristigen Analysen der chinesischen Wirtschaftslage deuten darauf hin, dass derzeit kein Anlass für Panik besteht.

Insgesamt sind wir weiterhin der Ansicht, dass die Bedingungen für die chinesische Wirtschaft fundamental stabiler sind, als es die Märkte zuletzt haben vermuten lassen. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die chinesische Regierung ausreichend Instrumentarien und finanzielle Reserven besitzt, um der jüngsten Verlangsamung zu begegnen und das Wachstum weiterhin bei 6–7 Prozent zu halten, was unserer Ansicht nach zur Unterstützung der globalen Konjunktur ausreicht.

Im Verlauf seiner relativ kurzen Geschichte hat der inländische Aktienmarkt Chinas zu extremen Schwankungen geneigt, unter anderem weil er für internationale Anleger nicht zugänglich ist. Zudem spielt er noch immer – sowohl als Kapitalquelle für Unternehmen wie auch als Anlagemöglichkeit für Privatinvestoren – eine relativ geringe Rolle für die chinesische Volkswirtschaft, auch wenn seine Bedeutung in beiderlei Hinsicht zugenommen hat.

Im vergangenen Sommer führte die chinesische Regierung eine Reihe von administrativen Maßnahmen ein, um den Fall der Aktienkurse zu stoppen, nachdem eine Korrektur Anleger rund um die Welt aufgeschreckt hatte. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Korrektur damals eintrat, nachdem sich die Bewertungen in den zwölf Monaten davor mehr als verdoppelt hatten. Zu einem wahrhaftigen Einbruch, den manche Beobachter vorausgesagt hatten, kam es jedoch nicht.

Die People’s Bank of China (PBoC) hat erneut interveniert, um eine Abwertung des Yuan herbeizuführen, und erneut interpretieren manche Beobachter die Abwertung als Signal dafür, dass die Politik weiterhin stark besorgt über die Wachstumsverlangsamung ist.

Sie fürchten, dass die chinesischen Behörden eine deutliche Abwertung mit dem Ziel einer Stärkung des Wachstums durch mehr Exporte herbeiführen wollen. Dies könnte zu Währungskriegen führen, die Störungen für das weltweite Wachstum und das weltweite Finanzsystem auslösen könnten. Wir sind jedoch anderer Ansicht.

Wie wir in unserer eingehenden Analyse von China im Rahmen von Global Macro Shifts erklärt haben, glauben wir, dass die chinesische Führung ihren Kurs höchstwahrscheinlich beibehalten wird. Anzumerken ist, dass die Währung des Landes in den zwölf Monaten vor der Abwertung im August 2015 real um effektiv 12 Prozent aufgewertet hatte. Zudem hatte es in China in der ersten Jahreshälfte einige Abflüsse von „heißem Geld“ gegeben, was die Entscheidungen der Politik ebenfalls beeinflusste. Seitdem hat der Renminbi zwar etwas an Wert verloren, doch haben wir nicht das Gefühl, dass dies der Vorbote einer umfangreicheren unkontrollierten Abwertung ist, wie es die Märkte befürchten.

GRAFIK: China ein Balanceakt

Normalisierung des chinesischen Wachstums unvermeidlich

Wir teilen den Pessimismus nicht, der am Markt in Bezug auf das chinesische Wirtschaftswachstum herrscht. Die jüngste Abschwächung des Wachstums in China halten wir vielmehr für eine unvermeidliche Normalisierung in einer Wirtschaft dieser Größenordnung. Das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist heute fünfmal so groß wie noch vor zehn Jahren. Auch eine niedrigere Wachstumsrate steht demnach noch für einen gewaltigen Beitrag zur globalen Gesamtnachfrage.

Nach unserer Einschätzung hat sich die Wachstumsqualität in China in den letzten Jahren verbessert. Zwar sind durch die steigenden Arbeitskosten und Zinsen die Unternehmensgewinne unter Druck geraten. Jedoch beflügeln die höheren Löhne den Konsum, der unseres Erachtens immer mehr zum Anker des chinesischen Wachstums wird. Wir schätzen den Konsumanteil auf knapp 60 Prozent des BIP – mit steigender Tendenz. Durch die neue Zinsliberalisierungspolitik kann zudem Kapital in die Gesamtwirtschaft umgelenkt werden, vor allem in den Privatsektor, den wir für den künftigen Wachstumsmotor halten.

Die chinesische Privatwirtschaft trägt heute mehr zum Beschäftigungswachstum bei als der staatliche Sektor. Das hat es seit rund 30 Jahren nicht gegeben. Außerdem wird die rasche Urbanisierung des Landes entsprechende Entwicklungsprojekte erforderlich machen. Zurzeit werden Pläne für Infrastrukturinvestitionen umgesetzt. Der Eisenbahnsektor dürfte wachsen, ebenso wie die Nachfrage nach flächendeckender Wasseraufbereitung und ökologischen Projekten. Derartige Projekte könnten Wachstumsbelastungen durch Kontraktion in der Produktion und Überkapazitäten im Immobiliensektor in gewissem Umfang abfedern. Zudem scheinen die Immobilienpreise durch frühere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen nun die Talsohle durchschritten zu haben.

Insgesamt gehen wir unseren Analysen zufolge davon aus, dass China auf Kurs bleibt. Das BIP-Wachstum sollte sich in den nächsten Jahren moderat abschwächen, auf Werte um 6 Prozent, während sich die Wirtschaft verstärkt auf den Konsum, das Dienstleistungsgewerbe und Produkte mit höherer Wertschöpfung verlagert. Das hat wesentliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft:

Ein chinesisches Wachstum von mindestens 6 Prozent dürfte das globale Wachstum stützen, was angesichts der strukturellen Anfälligkeit des europäischen Aufschwungs und der potenziellen geldpolitischen Straffung durch die US-Notenbank (Fed) ein bedeutsamer Faktor ist.

Zusammen mit den neuen Programmen für Infrastrukturinvestitionen wird das den Rohstoffmärkten gewisse Unterstützung bieten. Jedoch gilt es zu bedenken, dass die Neuorientierung der chinesischen Wirtschaft von Investitionen hin zu Konsum auch die Nachfrage nach den meisten Industriemetallen verringert. Im Ergebnis lässt unser Ausblick für China daher für die nächsten Jahre stabile Rohstoffpreise erwarten.
Die Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft hat auch verschiedene Auswirkungen auf den Handelsverkehr: Wir gehen davon aus, dass der Handel mit den Industrieländern, die Fertigerzeugnisse und Industriegüter herstellen, zunehmen und der Handel mit rohstoffproduzierenden Ländern abnehmen wird. Auch sind die Seidenstraßeninitiative der chinesischen Regierung und die Maßnahmen der neu gegründeten Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank genau zu beobachten, da sie die Handelsströme auf lange Sicht verändern können.

Nicht zuletzt lassen die anhaltenden Lohnsteigerungen vermuten, dass China nach und nach einen Inflationsschub im Rest der Welt auslösen wird. Dies wiederum stützt unsere Erwartung steigender Inflationsraten und Zinssätze, und zwar zuerst in den USA.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich die chinesische Wirtschaft zwar in einem tiefgreifenden Wandel befindet, jedoch kein Risiko eines Einbruchs besteht. Zwar stagnieren oder verlangsamen sich einige der traditionellen Wachstumsmotoren wie Fertigung, Immobilien und kommunale Ausgaben. Sie werden jedoch abgelöst durch neue Katalysatoren wie den Dienstleistungssektor und eine neue Generation von Privatunternehmen. Auch wenn wir möglicherweise kurzfristig mit Volatilität rechnen, ist unsere Einschätzung für China, das auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht ist, nach wie vor optimistisch.

Die Wichtigkeit eines starken chinesischen Aktienmarktes

Ein starker Aktienmarkt bringt verschiedene Vorteile für China: Erstens bietet er ein attraktiveres Umfeld für Börsengänge und Private-Equity-Finanzierungen, was neue Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittelgroße Unternehmen eröffnet, die nur begrenzten Zugang zu Krediten haben; zweitens entsteht ein besseres Umfeld für Privatisierungen, was den Reformprozess für staatseigene Unternehmen (SOE) unterstützt; und drittens hat sich die Zahl der Aktienbesitzer im Zuge der Rally erhöht, was über Vermögenseffekte zum inländischen Konsum beitragen kann, wenn auch nur in begrenztem Ausmaß (Aktienbesitz ist in China weiterhin extrem selten und macht weniger als 2% des Vermögens der Privathaushalte aus).

Die Politik versucht, das richtige Gleichgewicht zu finden. Einerseits möchte sie einen Crash am Aktienmarkt verhindern. Denn der würde nicht nur das Wirtschaftswachstum gefährden, sondern wäre auch ein Rückschritt bei den Plänen, den Aktienmarkt zu einem wichtigeren Teil der Volkswirtschaft zu machen, sowohl als Finanzierungsquelle für Unternehmen wie auch als Anlagemöglichkeit für Sparer. Allerdings wird es der Regierung eher darum gehen, die Stabilisierung des Marktes zu unterstützen, als eine weitere Kursexplosion anzuheizen, der sich ein echter Einbruch anschließen könnte.

Eine detaillierte Analyse zu China und anderen Märkten weltweit finden Sie in den Global Macro Shifts, einer researchbasierten Veröffentlichung über die globalen Volkswirtschaften mit den Analysen und Einschätzungen von Dr. Michael Hasenstab und leitenden Mitgliedern von Templeton Global Macro. Dr. Hasenstab verwaltet mit seinem Team die globalen Anleihestrategien von Templeton (z. B. uneingeschränkte festverzinsliche Anlagen, Währungen und Global Macro). Das an führenden Universitäten weltweit ausgebildete Team von Wirtschaftsexperten integriert globale makroökonomische Analysen in eingehendes Länderresearch, um langfristige Ungleichgewichte zu identifizieren, die sich in Anlagechancen niederschlagen.

Von: Michael Hasenstab

Quelle: DAS INVESTMENT.

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