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AIXTRON IM FOKUS: Spezialanlagenbauer im Visier der Mächtigen

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28.09.2018 – 08:00 Uhr

HERZOGENRATH (dpa-AFX) – Hochleistungstechnologie weckt Begehrlichkeiten politischer Akteure – das hat sich in der Geschichte des Anlagenbauers Aixtron immer wieder gezeigt. Trotz einer gescheiterten chinesischen Übernahme macht der Konzern dort den Hauptteil seiner Geschäfte und lockt neue Kunden an. Die wichtigsten Punkte für das Unternehmen, was die Experten sagen und wie es für die Aktie läuft:

DAS IST LOS BEI AIXTRON:

Der Spezialanlagenbauer Aixtron hatte lange mit einer unsicheren Auftragslage zu kämpfen. Außerdem steht der Konzern immer wieder im Spannungsfeld wirtschaftspolitischer Interessen. Unvergessen ist der Übernahmeversuch des chinesischen Konsortiums Grand Chip Investment (GCI) im Jahr 2016, dem der damalige US-Präsident Barack Obama einen Riegel vorschob. Mit der Begründung, der Erwerb des US-Geschäfts von Aixtron berge „Risiken für die nationale Sicherheit“ der USA, scheiterte die Offerte. Die US-Regierung hatte hier ein Mitspracherecht wegen einer amerikanischen Tochter des Unternehmens.

Zwei Jahre später verunsichert der Handelskonflikt zwischen China und den USA die Branche. Ein Tweet von US-Präsident Donald Trump kann dabei Kursrutsche auslösen, wie zuletzt in Reaktion auf eine Aussage Apples . Der iPhone-Hersteller hatte Preissteigerungen wegen der hohen Zölle gegen China ins Gespräch gebracht. Trump forderte Apple daraufhin auf, seine Produkte in den Vereinigten Staaten herzustellen. Die Aktien von Apple-Zulieferern und Halbleiterausrüstern wie Aixtron fielen infolgedessen. Für den Konzern sind die Kunden in Asien extrem wichtig. Laut Geschäftsbericht 2017 gingen 75 Prozent der gesamten Umsatzerlöse auf die dortige Nachfrage zurück.

Insgesamt scheint das Unternehmen jedoch die schwierigste Phase überstanden und die Neuausrichtung vollzogen zu haben, auf die es im Geschäftsjahr 2017 konzentriert war. Nach einem Minus von rund 25 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2017 verbuchte das Unternehmen im Gesamtjahr mit einem Plus von 6,5 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr bis 30. Juni 2018 stieg das Nettoergebnis deutlich auf 16 Millionen Euro.

Der Auftragseingang nahm im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwanzig Prozent zu. Dass das zweite Quartal schwächer ausfiel als das erste führt der Konzern auf mit Kunden vereinbarte Auslieferungstermine zurück. Aixtron sieht eine anhaltende Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung von Lasern, etwa für Anwendungen in der 3D-Sensorik und der optischen Datenübertragung. Für das Geschäftsjahr 2018 geht das Unternehmen von Umsatzerlösen an der Spitze der zuvor erwarteten Spanne von rund 260 Millionen Euro aus.

Am Dienstag wurde auch ein neuer Auftrag in China bekannt. Der Chiphersteller Sino-Semiconductor Integrated Optoelectronics Cooperation (Sinosemic) hat laut Aixtron eine Anlage zur Herstellung von Laserdioden bestellt. Details zum Auftragswert nannte das Unternehmen nicht, der Preis für eine solche Anlage soll aber im einstelligen Millionen-Bereich liegen.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Günther Hollfelder von der Baader Bank hat die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ hochgestuft und das Kursziel um einen Euro auf 11 Euro angehoben. Das Papier sei fair bewertet. Mit Blick auf die kommenden Jahre verwies er auf eine positive Entwicklung des Auftragsbestandes 2018.

Analystin Charlotte Friedrichs von der Privatbank Berenberg betont die gute Aufstellung des Anlagenbauers. Das Unternehmen sei neben dem LED-Markt auch auf 3D-Sensorik, Spezial-LEDs und Leistungshalbleiter ausgerichtet. Das Konzernwachstum stehe daher auf einer breiten Basis. Sie hob zuletzt die Bewertung von „Hold“ auf „Buy“ und schraubte ihr Kursziel von 5,00 auf 13,80 Euro nach oben.

Die Deutsche Bank hat ihr vergleichsweise hohes Kursziel von 18 Euro zuletzt bestätigt. Da der Anlagenbauer seine Jahresziele angehoben habe, dürften sich die Bewertungen der Analysten auch dementsprechend anpassen, schrieb Uwe Schupp.

Von zehn im dpa-AFX-Analyser gelisteten Experten rät die Hälfte zum Kauf der Aktie. Nur einer spricht sich für Verkaufen aus. Das durchschnittliche Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei 14,26 Euro.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Kursentwicklung der Aixtron-Aktie ist stark von Analysteneinschätzungen und politischen Reaktionen geprägt. Anfang September gaben die positiven Studien der Privatbank Berenberg und der Baader Bank Auftrieb. Für Verunsicherung sorgte dann jedoch wieder Äußerungen von Goldman Sachs Mitte September, wonach der Höhepunkt des Wachstumspotentials der Branche überschritten sei. Bei Speicherchips gebe es ein Überangebot, so die Analysten. Auch die Äußerungen Trumps zu Apple verunsicherten die Chip-Investoren, die Papiere verloren gut 4 Prozent.

Im laufenden Jahr hat die Aktie mehr als ein Fünftel eingebüßt. Die Höchstkurse von rund 34 Euro Anfang 2011 sind sowieso in weite Ferne gerückt. Damals hatten die Aktien des LED-Industrieausrüsters vom Boom bei den Leuchtdioden unter anderem für den Einsatz in TV-Geräten profitiert. Aktuell ist das Papier noch weniger als ein Drittel wert, der Kurs schwankte im letzten Monat zwischen 9 und 12 Euro.

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