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Blauzungenkrankheit bei Rindern in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

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11.01.2019 – 16:38 Uhr

TRIER/KOBLENZ/MAINZ (dpa-AFX) – Die für Rinder und andere Tiere gefährliche Blauzungenkrankheit ist erstmals seit Mai 2009 wieder in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden. Das gesamte Bundesland wurde deshalb am Freitag zum Sperrgebiet erklärt, wie der Sprecher des Landesuntersuchungsamtes (LUA), Achim Ginkel, in Koblenz mitteilte. Dies ist für Viehhalter mit erheblichen Einschränkungen von Transporten und Handel verbunden. Auch im Saarland gibt es einen Verdachtsfall, ein Ergebnis der Prüfung wird für den kommenden Dienstag erwartet.

Die Viruskrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) wurde nach Angaben des Landesuntersuchungsamts Rheinland-Pfalz in einem Rinderbestand im Kreis Trier-Saarburg entdeckt. Ein Kalb wurde bereits vorsorglich getötet, sagte Ginkel. Ob weitere Tiere geschlachtet wurden, stand zunächst nicht fest. Das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald bestätigte am Freitag den Verdacht des LUA. Zwei andere Verdachtsfälle aus Zweibrücken und den Saarpfalz-Kreis würden noch untersucht, sagte der LUA-Sprecher.

Auch in einem saarländischen Rinderhaltungsbetrieb im Saarpfalz-Kreis besteht der Verdacht auf eine BTV-8-Infektion. Die Blutprobe des Tieres war bei einer Handelsuntersuchung im LUA in Koblenz virologisch positiv getestet worden. Der Verdacht muss noch durch das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt werden, wie das Umweltministerium in Saarbrücken mitteilte. Eine Tötung von Tieren sei zurzeit nicht geplant. Das Landesamt für Verbraucherschutz im Saarland ordnete aber eine Sperre des betroffenen Betriebs an. Weitere Maßnahmen, darunter eine klinische Untersuchung aller Rinder, seien geplant, teilte das Umweltministerium mit.

Die Blauzungenkrankheit kann vor allem Schafe, Ziegen und Rinder befallen. Für den Menschen gilt sie als ungefährlich. Sie wird über kleine blutsaugende Mücken zwischen den Tieren übertragen.

Die Sperrzone in Rheinland-Pfalz muss mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden. Sie schränkt den Transport und den Handel von Rindern, Schafen und Ziegen ein. Rinder, Schafe und andere empfängliche Tiere dürften nicht aus dem Sperrgebiet gebracht werden, erklärte der LUA-Sprecher. Dies gelte auch für Eizellen, Samen und Embryonen. Jeder, der in dem Gebiet Rinder, Schafe, Ziegen, Waldwiederkäuer in Gehegen oder Lamas und Alpakas halte, müsse dies unverzüglich dem Veterinäramt seiner Kreisverwaltung mitteilen.

Der Süden von Rheinland-Pfalz und das Saarland sind bereits seit Dezember 2018 Sperrgebiet, ebenso Teile von Hessen. Die Seuche brach in der badischen Gemeinde Ottersweier (Kreis Rastatt) in Baden-Württemberg aus.

Die Bundesländer und der Bund haben sich nach Angaben des Mainzer Umweltministeriums allerdings kurzfristig auf Erleichterungen bei Handel und Transport von Rindern aus dem Sperrgebiet geeinigt. Nicht geimpfte Tiere können zunächst bis Ende Februar innerhalb Deutschlands in freie Gebiete verbracht werden – vorausgesetzt sie wurden mindestens sieben Tage zuvor negativ auf das Blauzungenvirus getestet und mit einem Mittel zur Abwehr von Mücken behandelt.

Im Unterschied zur Afrikanischen Schweinepest ist gegen Blauzungenkrankheit eine Impfung möglich. „Diese Möglichkeit sollte dringend genutzt werden“, rief das Umweltministerium die Viehhalter auf – zumal die Krankheit bereits vor längerer Zeit in Frankreich und der Schweiz festgestellt wurde. Diese Aufforderung wurde bislang eher zögerlich befolgt. Nach einer Auswertung des LUA wurden im vergangenen Jahr 1016 Rinder in 38 Beständen geimpft – bei einem Gesamtbestand von mehr als 333 000 Rindern in 4845 Betrieben, wie das Statistische Landesamt im November 2018 ermittelt hat.

Die Impfung sei seit 2016 in Deutschland erlaubt, allerdings machten nur wenige Betriebe davon Gebrauch, weil es jahrelang keinen Anlass gegeben habe, sagte Ginkel. Die Bundesrepublik sei seit 2012 offiziell frei von dem Virus gewesen. Die Impfung müssen die Tierhalter bezahlen. Nach dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg hatte der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd vom Land deswegen einen Zuschuss vom Land gefordert.

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