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Brücken und Tunnel an A7: Ausbau dauert noch mindestens zehn Jahre

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11.01.2019 – 16:25 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) – Der Ausbau der A7 in Hamburg und Schleswig-Holstein wird noch mindestens zehn Jahre dauern. Die nächsten Großprojekte sind der Bau des mehr als zwei Kilometer langen Lärmschutzdeckels in Hamburg-Altona, die Verbreiterung der Autobahn südlich des Elbtunnels auf acht Spuren und der Neubau der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Wie der Bereichsleiter der Bundesprojektgesellschaft Bernd Rothe am Freitag erklärte, wird das Baurecht für den Altonaer Deckel im Februar erwartet. Der Tunnel soll 2028 fertig sein.

Die Erweiterung der A7 südlich des Elbtunnels soll von 2020 bis 2024 unter Beibehaltung des sechsspurigen Verkehrs erfolgen. Ein Probebau an der rund vier Kilometer langen Brückenkonstruktion habe ergeben, dass dies möglich sei. Auch die Anschlussstelle Waltershof kann frei bleiben. Eine wesentliche Behinderung wird es allerdings geben: Ab Anfang 2020 müsse eine der vier Röhren des Elbtunnels „für einen gewissen Zeitraum“ gesperrt werden, sagte Rothe.

Die Vorarbeiten für die Erweiterung laufen bereits. Am Südportal des Elbtunnels wird zurzeit eine Ausweichrampe errichtet, über die zwei Fahrspuren laufen sollen. Das soll den Neubau der eigentlichen Brückenkonstruktion in diesem gut 400 Meter langen Bereich ermöglichen. Um die Verkehrsführung neu zu regeln, muss ein neuer Tunnelrechner während einer nächtlichen Vollsperrung im Februar getestet und während einer weiteren im April in Betrieb genommen werden.

Für den Neubau der Rader Hochbrücke soll in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, wie Rothe sagte. Der erste Teil des Neubaus muss bis 2026 stehen, weil die alte Brücke marode ist. Sie soll abgerissen werden, sobald der Verkehr über das erste neue Teilbauwerk geführt werden kann. Es werde angestrebt, nicht nur die neue Brücke für sechs Fahrstreifen zu bauen, sondern auch den gesamten Abschnitt vom Kreuz Rendsburg bis Büdelsdorf auf sechs Spuren zu erweitern.

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hob hervor, dass für die Schleswig-Holsteiner nach der Erweiterung der Autobahn zwischen dem Dreieck Bordesholm und Hamburg auf sechs Spuren nun der Ausbau der A7 weiter südlich von großer Bedeutung sei. Um den Hamburger Flughafen problemlos vom Raffinerie-Standort Heide mit Treibstoff beliefern zu können, müssten Gefahrguttransporter durch den Lärmschutztunnel Schnelsen fahren dürfen. Noch ist das nicht möglich, weil erst eine Tunnelröhre in Betrieb ist. Nach Fertigstellung der zweiten Röhre Ende 2019 soll der 550 Meter lange Tunnel die notwendige Sicherheitskategorie bekommen, wie Verkehrskoordinator Christian Merl sagte.

Das Problem mit der Rader Hochbrücke ist kein Einzelfall. Etwa 80 Prozent der deutschen Spannbetonbrücken, die in den 60er und 70er Jahren errichtet wurden, müssten erneuert werden, sagte Rothe. Sie seien damals vor Ort betoniert worden, was zu einer geringeren Qualität geführt habe. Statt 100 Jahre zu halten, betrage die Lebensdauer nur etwa 50 Jahre. Allerdings hätten die Verkehrslasten auch viel stärker zugenommen als damals prognostiziert.

Auch die 1974 eröffnete Köhlbrandbrücke ist in die Jahre gekommen. Sie soll bis 2030 durch eine neue Querung ersetzt werden. Gegenwärtig werden eine neue Brücke oder ein Tunnel geprüft. Seit vergangenem Montag müssen Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen einen Mindestabstand von 50 Metern auf der Brücke einhalten. Anfangs habe das zu Staus geführt, sagte Hamburgs Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos). „Mittlerweile hat sich das ein bisschen gelöst.“

Westhagemann und Buchholz lobten den Ausbau der A7 zwischen Bordesholm und der Hamburger Stadtgrenze innerhalb von vier Jahren als „fantastisch“ und „tolle Leistung“. Rothe verwies auf die vielen Verbesserungen für die Natur, die zugleich realisiert worden seien. Mit Blick auf den gerichtlichen Stopp für den Weiterbau der A20 als Nordwestumfahrung Hamburgs appellierte Buchholz an die Naturschutzverbände, sich an Planungen so früh wie möglich und konstruktiv zu beteiligen. Rothe wollte nicht bestätigen, dass die A20 bis 2030 gebaut werden könne. „Baurechtsverfahren sind in Deutschland nicht mehr kalkulierbar“, sagte der Deges-Bereichsleiter.

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