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Das Investment: Inflation begleitet uns noch länger

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SJB | Korschenbroich, 08.10.2021.

Seit der Finanzkrise 2008, ausgelöst durch das Platzen der Immobilienblase in den USA und der darauffolgenden Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers, versuchten die globalen Zentralbanken, mit einer massiven Geldausweitung die Wirtschaft zu stützen und die Inflation auf ihre Zielmarken zu heben.

Was die Notenbanken bei den Preissteigerungen über ein Jahrzehnt nicht schafften, demonstrierte die globale Pandemie Covid-19 innerhalb eines Jahres mehr als deutlich. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus über alle Kontinente im Frühjahr 2020 und den darauffolgenden Lockdowns kam das gesellschaftliche Leben zum Erliegen, die Industrieproduktion und die Lieferketten brachen zusammen.

Zur Abmilderung der Folgen wurde die Geldmenge nochmals deutlich ausgeweitet und fiskalische Unterstützungsmaßnahmen angekurbelt. Viele Unternehmen mit dem Wissen aus der Finanzkrise glaubten, dass sich die Erholung analog 2008 lange hinziehen würde, stellten daher die Investitionen ein und kürzten ihre Bestellungen bei den Zulieferern, um möglichst wenig Produkte auf Lager zu produzieren.

Die Ölförderstaaten reduzierten die Fördermengen deutlich, nachdem die Nachfrage massiv einbrach und es in einem Öl-Kontrakt zu einem historisch einmalig negativen Preis kam, da die Lager bereits äußerst gefüllt waren und die Angst vor einer Nichtabnahme des geförderten Öls aufflammte.

Während etliche Sektoren und Branchen hart von den Beschränkungen getroffen wurden, konnten andere wiederum direkt von den Lockdowns und dem „work at home“ profitieren, wie Lieferdienste, Online-Handel und Digitalisierungsunternehmen. So konnte beispielsweise die Chipindustrie, ohne neue Kapazitäten aufzubauen, auf Abnehmer aus den „Stay-at-home-Sektoren“ ausweichen, nachdem die Autohersteller ihre Bestellungen reduziert hatten.

Mit den ersten Lockerungen der Pandemiebeschränkungen und dem Beginn der Impfkampagnen kamen die besonders betroffenen Branchen schnell auf die Märkte zurück und trafen auf fehlende Kapazitäten und fragile Lieferketten, welche sich nicht von heute auf morgen aufbauen lassen.

So benötigt ein Chiphersteller, zum Leidwesen des Automobilsektors, circa drei bis sechs Monate, um eine Fertigungslinie auf einen anderen Bedarf umzustellen und fast zwei Jahre, um eine neue Chipfabrik zu errichten. Ähnliches gilt für die Kapazitäten in der globalen Schifffahrt, welche durch die explodierende Nachfrage aktuell keine offenen Kapazitäten mehr besitzt.

Hinzu kommen ausgelastete und in China aufgrund von Covid-19 zeitweise geschlossene Überseehäfen, welche die Lieferketten zusätzlich belasten. Auch im Rohstoff- und Energiesektor zeichnet sich ein ähnliches Bild ab und lässt die Preise massiv ansteigen. So hat sich zum Beispiel der europäische Gaskontrakt seit April fast vervierfacht, da die Lagerreserven sehr niedrig sind und der Winter bevorsteht.

All diese Schwierigkeiten führten zu einem schnellen Anstieg der Inflation, die sich mittlerweile in Deutschland auf über vier Prozent und den USA auf über fünf Prozent bewegt. Die Erzeugerpreise erhöhten sich in Deutschland sogar um circa zwölf Prozent. Ein solcher Anstieg wurde letztmalig in der ersten Ölkrise in den 1970er Jahren verzeichnet. Diese erhöhten Inputkosten lassen darauf schließen, dass sie mit einer zeitlichen Verzögerung ebenfalls auf den Konsumenten durchschlagen.

Die Zentralbanken stehen nun einerseits vor dem Dilemma der ausgeweiteten Geldmenge, niedriger Zinsen und laufender Stützungsmaßnahmen sowie andererseits einer Angebotsknappheit sowie einer anziehenden Inflation. Die Notenbanken haben bereits begonnen, die mittelfristigen Inflationserwartungen anzuheben und gehen davon aus, dass die Preissteigerungen sich erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder abschwächen werden.
Die Inflation wird uns sicherlich länger begleiten, als viele Ökonomen und Zentralbanken noch vor einigen Wochen angenommen hatten und in der nächsten Zeit an den Kapitalmärkten für eine höhere Volatilität sorgen.

Falls es bei der Preisentwicklung nicht zu sogenannten Zweit- und Drittrundeneffekten, wie zum Beispiel erhöhten Lohnabschlüssen kommt, gehen wir davon aus, dass sich mit der Stabilisierung der Lieferketten und Investitionen in Kapazitäten der Preisauftrieb im Jahr 2022 wieder normalisiert, das Zinsniveau nur moderat steigt und dies somit auch die Aktienmärkte weiter unterstützen sollte.

Über den Autor:

Michael Hackbarth ist Portfoliomanager bei Lunis Vermögensmanagement in Frankfurt am Main.

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