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Managersichten SJB Substanz, SJB Surplus: Markus Bachmann von Craton Capital zu den aktuellen „Black Swan“-Ereignissen

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Markus Bachmann. FondsManager. Craton Capital Precious Metal Fund.

SJB | Korschenbroich, 06.04.2020. Craton-FondsManager Markus Bachmann analysiert in seinem folgenden Marktkommentar die Ereignisse der vergangenen Wochen rund um die Corona-Krise, die zu erheblichen Verwerfungen an den Finanz- und Aktienmärkten geführt haben:

Die globalen Finanzmärkte und die Weltwirtschaft befinden sich in einer generationenübergreifenden Zäsur. In den vergangenen Wochen ist eine noch nie dagewesene Anzahl von „Black Swan“ Ereignissen aufgetreten. Die entstandenen Komplexitäten und die damit verbundenen tiefgreifenden Konsequenzen und die enormen Informationsmengen sind schlicht zu umfangreich, um in einem kurzen Update behandelt zu werden. Wir konzentrieren uns auf eine Handvoll wichtiger Punkte, die unseren Leserinnen und Lesern helfen sollen, durch die nächsten Tage und Wochen zu navigieren. 

Es ist unmöglich einzuschätzen, ob die Panikphase an den Weltmärkten ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Die Risikoparameter, denen wir starke Beachtung schenken, deuten auf eine leichte Verbesserung der immer noch extremen finanziellen Rahmenbedingungen hin. Wir befinden uns jetzt in einem frühen Stadium beispielloser Interventionen der Regierungen und Zentralbanken. Wir können nicht genug betonen, wie kritisch und entscheidend diese Phase ist. Sie markiert den Ausgangspunkt eines wahrscheinlich tiefgreifenden Richtungswechsels für das weltweite Finanz –und Wirtschaftssystems – nicht mehr und nicht weniger.

Wie sich dieser Richtungswechsel manifestiert, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen. Eine der jetzt schon absehbaren Folgen ist die, dass innerhalb des weltweiten Finanzsystems viele, wenn nicht fast alle Wege, über und zu Gold führen werden. Diese Feststellung trifft auf viele andere Metalle und Rohstoffe und eine ganze Reihe „realer“ Werte zu. Wir wissen nicht, ob der Tiefpunkt der Korrektur von Gold, Silber und der Minenwerte Mitte März schon erreicht wurde. Die Möglichkeit besteht, dass während dieses Zeitfensters eine entscheidende Talsohle durchschritten wurde. In Anbetracht dessen haben wir begonnen, die Anlagestrategie unserer Fonds für die nächste Marktphase anzupassen.

Der Wert des gesamten in den letzten 5.000 Jahren abgebauten Goldes wird auf etwa 7 Billionen Dollar geschätzt. Die aktuellen und vor allem die zukünftigen geld– und fiskalpolitischen Interventionen werden ein Vielfaches davon betragen. Währungsabwertungen sind eine der erwarteten Folgen.  Es braucht nicht viel Voraussicht um zur Annahme zu gelangen, dass der zukünftige Preis von Gold und Silber ein Vielfaches des derzeitigen Marktwertes sein wird.

Liquidität, US-Dollar und Kredit

Ein entscheidender, wenn nicht der wichtigste derzeitige Faktor im Blickpunkt der Märkte ist der US Dollar.  Über die Vorwoche (vom 16. bis zum 20. März) stieg der Dollar Index DXY um 3,5% und war im Begriff, nach oben auszubrechen. Ein explodierender Dollar zieht fatale Auswirkungen mit sich und könnte mit den Folgewirkungen das globale Finanzsystem an den Rand eines Zusammenbruchs bringen. Der „Elefant im Raum“ ist der weltweite Mangel an US-Dollar im globalen Finanzsystem. Marktexperten schätzen, dass ein weltweites Defizit von $ 12 Billionen an Greenbacks besteht. Auf der anderen Seite der Gleichung stehen in Dollar lautende Verpflichtungen ausländischer Schuldner. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ werden diese Verpflichtungen auf einen ähnlichen Betrag geschätzt (12 Billionen US Dollar). Schulden müssen bedient oder/und zurückgezahlt werden. Weltweit sind viele Volkswirtschaften im „Lockdown“; die Zulieferketten sind empfindlich gestört. Somit entsteht ein stark erhöhtes Risiko, dass viele der Schuldner ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können oder in Bankrott gehen.  Darüber hinaus sind 40% der weltweiten Zahlungsverpflichtungen in Dollar ausgestellt – der Greenback ist die wichtigste Transaktionswährung. Dieser „Scramble“ für US Dollars birgt das Risiko, den US-Dollar viel höher zu treiben, was wiederum die Situation für alle Marktteilnehmer weiter verschärft. „Nichtamerikaner“ halten geschätzte 39 Billionen Vermögenswerte in den USA (Aktien, Staatsanleihen, Immobilien etc.). Der Dollar muss abgewertet werden, um einen drohenden Notverkauf von US Anlagen durch ausländische Besitzer zu verhindern. Die US Fed hat keine andere Wahl als durch massive Geldspritzen ins globale Finanzsystem die Liquidität zu gewährleisten und zu verbessern. Dies reduziert den Dollarmangel, verhindert einen drohenden Kollaps des Schuldenbergs und dadurch drohende Notverkäufe amerikanischer Anlagewerte.

Die Rolle der Zentralbanken und Regierungen

Die weltweiten Zentralbanken und insbesondere die US Fed sind in der Zwickmühle. Entweder monetarisieren sie alles oder lassen die USA und die Weltwirtschaft aufgrund zu hoher Schulden zusammenbrechen. Die Zentralbanken müssen eingreifen, um einen raschen und ungeordneten Schuldenabbau des globalen Finanzsystems zu verhindern. Es gibt keine andere Wahl. Dieser Prozess kann nicht gestoppt werden, bis der Schuldenabbau im privaten Sektor abgeschlossen, der Dollar abgewertet und der weltweite Mangel an Greenbacks behoben ist.

45% aller Einnahmen der S&P 500 Unternehmen werden außerhalb der USA erzielt. Ein Zusammenbruch dieser Umsätze wird unbeabsichtigte Konsequenzen haben; es ist nicht weiter erforderlich, die Folgen dieses düsteren aber inzwischen möglichen Szenarios weiter zu erläutern. Dies ist ein weiterer Grund für die US Notenbank, so viel Geld zu drucken bis sich das Finanzsystem auch nur annährend stabilisiert. Schätzungen von Marktbeobachtern gehen von mindestens $ 10 Billionen “Neugeld“ aus, das die Fed zusätzlich in den Markt „pumpen“ muss. Auf der fiskalpolitischen Schiene wird über die nächsten Wochen, Monate wenn nicht Jahre „Helikoptergeld“ in die Wirtschaft und direkt zu den Bürgern transferiert werden – dies ist der entscheidende Unterschied zum bislang „quantitativen Easing“, das über die vergangenen Jahrzehnte ausschlaggebend zum derzeitigen „Schlamassel“ beigetragen hat.

Was wurde getan (mit Schwerpunkt auf der Fed)?

  • Fed: In der vorletzten Woche (16. März bis 20. März) erhöhte die US-Notenbank ihre Bilanzsumme um 356 Milliarden Dollar; dies war bis dato die größte Ausweitung aller Zeiten. Die Größe der Bilanzsumme per 20.  März war rund 4,8 Billionen Dollar.
  • Montag vergangener Woche hat die Fed eine Politik des unbegrenzten „quantitativen Easings“ angekündigt. Die US Notenbank kauft derzeit täglich mindestens 75 Mrd. USD an Staatsanleihen und 50 Mrd. USD an MBS (Mortgage Backed Securities). Allein diese Maßnahme würde die Bilanz monatlich um 2,5 Billionen US-Dollar erweitern. Die Höhe der Bilanzsumme per Mittwoch vergangener Woche: rund 5,3 Billionen Dollar (Quelle US Fed).
  • Kritisch und entscheidend: Die Fed hat Devisen Swap-Linien mit anderen Zentralbanken eingerichtet, um die Versorgung des globalen Finanzsystems mit US-Dollar zu erleichtern und so das Dollar-Defizit zu verringern. Der Dollarindex DXY schwächte sich in der vergangenen Woche von 103 auf 98.36 ab, ein erstes Indiz, dass diese Intervention zur Deeskalierung beiträgt. Zum Vergleich: während und nach der Finanzkrise von 2008 dauerte es 12 Monate, bis die US Notenbank diese Devisenswaps zu anderen Zentralbanken eingerichtet hat; dieses Mal dauerte es lediglich 3 Tage und die Swaps werden an die Zentralbanken der Schwellenländer ausgedehnt.

Fazit: Die beispielslosen Interventionen der US Notenbank zeigten bis zum Ende der vergangenen Woche erste Resultate – der Ausbruch des Dollars und der drohende Zusammenbruch des Finanzsystems konnte somit vorerst abgewendet werden. Noch steht die Fed mit ihren Interventionen erst am Anfang; die Bilanzsumme wird im Verlauf dieses Prozesses wohl um das Zwei– bis Dreifache ansteigen. Für Gold und damit auch Minenwerte ist diese Entwicklung als äußerst positiv zu werten.

Für die Besitzer von Staatsanleihen: Die Rückkehr zur „Yield Curve Control“

  • Die Kontrolle der Renditekurve von Staatsanleihen durch die Zentralbanken:  Die „Reserve Bank of Australia“ führte vorletzte Woche diese Politik ein, weitere Zentralbanken werden folgen.
  • Dies ist ein Warnsignal für die Besitzer von Staatsanleihen. Die Kontrolle der Renditekurve durch die jeweiligen Zentralbanken könnte zu einer Phase der finanziellen Repression für Eigentümer von Staatsanleihen führen, sobald sich die Volkswirtschaften aus der wirtschaftlichen Rezession / Depression zu erholen beginnen. Positiv für Gold.


Gold und Minenwerte

  • Woche 23. – 27.  März: Gold + 9.46 %, Silber + 15.84 %, Philadelphia Gold Index XAU + 16.68 %. Eine Rückkehr zu einer tieferen Korrelation von Gold und Minenwerten im Vergleich zum Gesamtmarkt scheint sich abzuzeichnen.
  • Gold und Minenwerte profitierten von einer leichten Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen und einem schwächeren US-Dollar. Das derzeitige Marktumfeld sollte nicht zu kurzfristigen Prognosen verleiten aber es besteht die Möglichkeit, dass Gold und Minenwerte den Boden der Korrektur Mitte März erreicht haben.
  • Der in unserem jüngsten kurzen Marktkommentar definierte „Anlage Rahmenplan“ gilt weiterhin.
  • Die Ausbreitung des Virus führt weiterhin dazu, dass einige Bergbau-betriebe vorübergehend geschlossen werden. Dieser Trend wird sich über die nächsten Wochen höchstwahrscheinlich fortsetzen. Zusätzlich haben weltweit die meisten Schmelzwerke ihren Betrieb suspendiert, was wiederum zu Engpässen bei der Auslieferung von physischem Gold und Silber führt.
  • Der Aktienkurstrend von Minenwerten der vergangenen Handelstage lässt jedoch die Frage offen, ob dies die Anleger bereits diskontieren und die Investoren sich bereits auf das sich abzeichnende neue geld– und fiskalpolitische Umfeld einstellen.
  • Die Spanne zwischen „Papiergold, Papiersilber“ (Futures) und den physischen Gold- und Silberpreisen vergrößerte sich weiter. Die Erfahrung aus vergangenen Finanzkrisen hat immer wieder gezeigt, dass die Letzteren die Indikatoren für die zukünftige Preisentwicklung sind.
  • Inflation / Deflation? Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise sind derzeit nicht abzuschätzen. Das Marktnarrativ deutet auf eine vorerst deflationäre Preisentwicklung.  Preiserhöhungen für Agrarrohstoffe und einige ausgewählte Metalle nehmen jedoch aufgrund der massiven Störung der globalen Zulieferkette bereits zu. Diese ersten inflationären Signale könnten sich durchaus auf andere Wirtschaftszweige ausbreiten.
  • Die Ära der Geldpolitik der vergangenen 40 Jahre neigt sich dem Ende zu. Dies wird tiefe Auswirkungen auf die Aktienmärkte, die Märkte für Staatsanleihen und die Kreditmärkte haben. Die „Spielregeln“ werden sich grundsätzlich ändern.  Auch wird die Fiskalpolitik das Diktat von der Geldpolitik übernehmen müssen. Diese Übergangsphase und das neue sich abzeichnende Umfeld werden signifikante Auswirkungen auf Gold, Silber, andere Metalle und die Minenwerte haben.

Die globalen Auswirkungen auf die Finanzmärkte begannen in der letzten Februarwoche und haben seitdem mehrere „Black Swan“ – Ereignisse ausgelöst. Die Ereignisse entwickelten sich rasant. Angesichts der außergewöhnlichen Situation hielten wir es für notwendig, Ihnen regelmäßig Marktkommentare und Flash-Updates zur Verfügung zu stellen Daher sei es uns nachzusehen, dass der Monatsbericht zum ersten Mal in fast 17 Jahren nicht „traditionell“ ausfällt. Das beigefügte Dokument/Monatsbericht enthält Links zu allen seit Februar veröffentlichten Kommentaren und ersetzt den normalen Monatsbericht für Februar.

Wir werden in diesem wirklich beispiellosen Umfeld weiterhin versuchen, Entwicklungen unmittelbar zu verarbeiten und einzustufen. Viele von uns sind im „Lockdown“ und arbeiten von Zuhause aus. Das schafft Herausforderungen, aber auch Chancen. Wir möchten sie einladen, uns direkt (info@cratoncapital.com) oder über unsere Vertriebskontakte zu kontaktieren. Wir verwenden Skype oder Zoom als Möglichkeit für die persönliche Kommunikation und den Meinungsaustausch. Wir würden uns sehr freuen, wenn sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen alles Gute und beste Gesundheit.

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