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Verdi fürchtet bei Großbankenfusion um Zehntausende Jobs

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16.03.2019 – 08:45 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) – Die Gewerkschaft Verdi befürchtet im Fall eines Zusammenschlusses von Deutscher Bank und Commerzbank den Verlust Zehntausender Jobs.

«Wir stehen einem solchen Szenario eher ablehnend gegenüber, denn eine solche Fusion würde erheblich Arbeitsplätze kosten», sagte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Banken, Jan Duscheck, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. «Im ungünstigsten Fall muss man wohl den Abbau von 30.000 Stellen befürchten.» Ende 2018 beschäftigten die beiden Institute zusammen gut 133.000 Vollzeitkräfte.

Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), befürchtet sogar einen noch größeren Stellenabbau im Falle einer Fusion der beiden Großbanken: «Ich befürchte, wir reden über ein mögliches Potenzial an Stellenabbau, was in einem deutlichen fünfstelligen Bereich liegt – zwischen 30.000 und vielleicht sogar 50.000 Mitarbeiter.»

Seit dem vergangenen Sommer halten sich Spekulationen über eine Fusion der angeschlagenen Deutschen Bank mit der im Umbau befindlichen Commerzbank. Immer wieder betonte das Bundesfinanzministerium, Deutschland brauche starke Banken. Der Bund ist nach einer Rettungsaktion in der Finanzkrise vor zehn Jahren mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank.

«Ein solcher Zusammenschluss würde nur Sinn machen, wenn ein gestärktes Institut entstünde, das mehr Chancen auf dem Markt hätte und das langfristig Arbeitsplätze sichern würde», sagte Duscheck, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bank ist. «Eine solche Perspektive können wir nicht erkennen.»

Auch DSW-Vertreter Nieding hält die Fusionsidee «für wirtschaftlich völlig unsinnig»: «Es würde ja kein internationaler Champion entstehen durch diese Fusion», meint Nieding. «Beide Banken zusammen wären auch nach einer Fusion nicht in der Weltspitze angekommen.»

Duscheck riet, sowohl Deutsche Bank als auch Commerzbank sollten sich auf die Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen konzentrieren: «Unruhe durch Fusionsspekulationen können wir nicht brauchen. Die Mitarbeiter brauchen Klarheit über die Entwicklung ihrer Institute.»

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Montag gesagt, es gebe Beratungen über die aktuelle Situation. Die Bundesregierung sei «ein fairer Begleiter von privatwirtschaftlichen Diskussionen».

Nieding kritisierte die Rolle des Bundes: «Ich habe ein Problem damit, dass sich ein Großaktionär da so maßgeblich einmischt und auch Informationen an den Kapitalmarkt durchsticht.»

Duscheck sagte, zwar könne man «nicht ausschließen, dass es in der Bankenbranche in Deutschland in der Zukunft weitere Fusionen geben wird». Der Verdi-Bankenexperte betonte jedoch: «Womit wir nicht rechnen ist, dass ein solches Szenario jetzt kurzfristig eintritt.»

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