Managersichten SJB Substanz: Columbia Threadneedle European Short-Term High Yield Bond (WKN A2PH0Q) – Marktbericht Januar 2026

Gareth Simmons, FondsManager des Columbia Threadneedle European Short-Term High Yield BondVor Abzug von Gebühren erzielte der CT (Lux) European Short-Term High Yield Bond AEP EUR Dis (WKN A2PH0Q, ISIN LU1979271944) im Berichtsmonat Januar eine positive Rendite von +0,64 Prozent. Zu den besten Beitragsleistern gehörten Evoke (888), Virgin Media O2 und Playtech. Mit Blick auf Neuemissionen kaufte FondsManager Gareth Simmons im Handelsmonat Anleihen von Betclic und FIS. In seinem Marktkommentar liefert der Anleihenexperte eine detaillierte Analyse des europäischen Hochzinsmarktes und benennt die wichtigsten Veränderungen im Portfolio des in der SJB Strategie Substanz enthaltenen Threadneedle-Fonds.

Marktumfeld
Die Märkte für kurzlaufende europäische Hochzinsanleihen (HY) starteten vielversprechend in das Jahr 2026. Die Renditen kurzlaufender deutscher Bundesanleihen haben sich im Monatsverlauf kaum verändert, während sich die Spreads des Marktindex für kurze Laufzeiten um nur 1 Basispunkt (Bp) verengten. Die Renditen wurden zusätzlich durch Kuponerträge gestützt. Die Staatsanleihen der Kernländer tendierten im Januar uneinheitlich. Überwiegend robuste Wirtschaftsdaten aus den USA und ein starker Start in die Quartalsberichtssaison führten dazu, dass die Anleger während eines Großteils des Monats Risikoanlagen bevorzugten – trotz geopolitischer Volatilität aus verschiedenen Gründen, darunter eine mögliche Erhöhung der US-Importzölle im Zusammenhang mit den Bemühungen von Präsident Trump, Grönland zu erwerben. Ein Abverkauf bei japanischen Staatsanleihen aufgrund der erwarteten anhaltend expansiven Fiskalpolitik nach den von Premierministerin Sanae Takaichi im Februar ausgerufenen vorgezogenen Wahlen belastete auch die Staatsanleihen globaler Industrieländer.

In den USA waren die Wirtschaftsdaten überwiegend ermutigend; die Zahlen zum BIP-Wachstum des Landes im dritten Quartal wurden nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote sank, obwohl die Wirtschaft im Dezember weniger neue Arbeitsplätze geschaffen hat als erwartet. Die Gesamtinflation blieb im Dezember unverändert und entsprach den Erwartungen. Die politische Gesamtlage war volatil. Die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro wirkte sich nur relativ geringfügig auf die Märkte aus. Demgegenüber erhöhte Trumps Drohung mit Zollerhöhungen gegen mehrere europäische Länder, die sich seinen Annexionsbestrebungen gegenüber Grönland widersetzen, zur Monatsmitte die Risikoaversion. Das durch die Trump-Administration angestrengte Ermittlungsverfahren gegen den Fed-Präsidenten Jerome Powell wegen Gebäudesanierungskosten bei der US-Notenbank verstärkte die Unsicherheit zusätzlich. Auf ihrer Sitzung im Januar beließ die Fed die Zinsen wie erwartet unverändert, wobei Powell sich optimistisch zur Wirtschaftsentwicklung äußerte. Trump ernannte zudem Kevin Warsh zum Nachfolger Powells, dessen Amtszeit im Mai endet. Einerseits gilt es bei Warsh als wahrscheinlicher, dass er mit den von Trump verlangten kurzfristigen Zinssenkungen einverstanden sein wird, er hat aber andererseits auch den Wunsch geäußert, die Fed-Bilanz zu reduzieren, was Aufwärtsdruck auf langfristige Renditen ausübte.

In Großbritannien trugen Pläne der Regierung zur Reduzierung der langfristigen Kreditaufnahme und anhaltende Sorgen über das Wirtschaftswachstum des Landes zur positiven Stimmung gegenüber Gilts bei. Das BIP-Wachstum übertraf im November die Prognosen, im Dezember stieg dann die Inflation im Jahresvergleich, was weitere Zinssenkungen unwahrscheinlicher erscheinen ließ.

Trumps Drohungen mit Zollerhöhungen ließen die Risikobereitschaft In Europa nicht signifikant sinken. Positiv war, dass die Inflation in der Eurozone unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank lag. Der vorläufige Einkaufsmanager-Sammelindex der Region für Januar war enttäuschend, blieb aber im Dezember stabil und befindet sich weiterhin im expansiven Bereich.

Der europäische High-Yield-Markt blieb im Januar zweigeteilt. Alle Rating-Kategorien lieferten positive Renditen, Anleihen mit CCC-Rating übertrafen höher bewertete Papiere jedoch deutlich und verbuchten mehr als das Doppelte der Gesamtrendite des breiten Index. Anleihen mit BB-Rating entwickelten sich weitgehend analog zum breiten Index, während B-Titel leicht zurückblieben. Die Anlageklasse verzeichnete im Januar insgesamt robuste Zuflüsse, wobei aber in der letzten Woche des Monats Mittel aus einigen ETF abgezogen wurden. Der Primärmarkt startete stark in das Jahr 2026: In der letzten Januarwoche gab es mit neun neuen Deals im Wert von über 6 Mrd. EUR die zweitgrößte je gemessene Emissionsaktivität. Bis zum Monatsende hatte die Bruttoemissionstätigkeit 16 Mrd. EUR erreicht und lag damit mehr als 50 % über dem Niveau zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Neuemissionen wurden im Allgemeinen gut angenommen, mit Ausnahme einer neuen bis 2033 laufenden Anleihe des Telekommunikationsunternehmens Virgin Media O2, die auf nur geringes Interesse stieß. Der Primärmarkt wird in den kommenden Wochen unterstützt durch verstärkte Aktivität von Unternehmen voraussichtlich lebhaft bleiben, wobei mehrere Börsengänge und Übernahmen bei europäischen Emittenten von Hochzinsanleihen erwartet werden.

Wertentwicklung
Vor Abzug von Gebühren erzielte der Fonds im Berichtsmonat eine Rendite von 0,64 %. Der Fonds wird mit ruhiger Hand und einem Schwerpunkt auf kürzeren Laufzeiten verwaltet, um im Vergleich zum allgemeinen europäischen Hochzinsmarkt ein geringeres Maß an Volatilität aufrechtzuerhalten. Unsere Positionierung bleibt defensiv; wir bevorzugen den Kernmarkt für Hochzinsanleihen (mit Kreditspreads von weniger als 1 000 Bp.). Der Fonds beendete den Januar mit einer höheren Gesamtgewichtung von BB- und B-Krediten, finanziert aus Barmitteln. Die Rückzahlungsrendite des europäischen Marktes für kurzfristige Hochzinsanleihen blieb stabil bei 4,8 %.

Auf Sektorebene trugen Freizeit, Immobilien und Telekommunikation am meisten zu den absoluten Renditen bei. Demgegenüber war der Technologiebereich abträglich für die Performance.

Auf Ebene einzelner Emittenten war das Engagement im Gaming-Anbieter Evoke (888) renditesteigernd. Nach der Schwäche im November und Dezember nach der Ankündigung höherer Glücksspielsteuern im britischen Haushalt gewannen die Evoke-Anleihen einen Teil des verlorenen Terrains zurück. Das Unternehmen veröffentlichte gegen Monatsende gute Ergebnisse für das 4. Quartal, die eine Umsatzsteigerung von 7 % gegenüber dem Vorquartal auswiesen. Das Management prognostizierte zudem eine Verbesserung des Gesamtjahresergebnisses von 14 % bis 15 %. Auch die Nachricht, dass die Unternehmensstrategie derzeit auf dem Prüfstand steht, wurde von den Anlegern positiv aufgenommen. Zu den Optionen, die derzeit in Erwägung gezogen werden, gehören ein Verkauf der Gruppe sowie die Veräußerung ausgewählter Vermögenswerte und Geschäftseinheiten. Der Fonds profitierte auch von seinen Anlagen in Virgin Media O2. Das Telekommunikationsunternehmen verkaufte im Januar neue Anleihen in einer von den Anlegern gut angenommenen Emission und sammelte damit 950 Mio. EUR Kapital ein. Die Co-Eigentümer des Unternehmens, Telefónica und Liberty Global, standen dem Vernehmen nach kurz vor dem Erwerb von Netomnia, dem viertgrößten Breitbandnetzwerk Großbritanniens. Laut Branchenkennern könnten durch die Verbindung des Glasfasernetzes von Netomnia mit den operativen Kapazitäten von Virgin Media O2 etwa 8 Millionen Haushalte und insgesamt 20 Millionen Nutzungsorte erreicht werden, wodurch die Lücke zum Marktführer Openreach geschlossen würde. Neu ausgegebene Anleihen von Playtech, das Software für Online-Gaming-Plattformen bereitstellt, entwickelten sich vor der Veröffentlichung der aktuellen Finanzergebnisse des Unternehmens Anfang Februar ebenfalls gut.

Weniger Positives brachte dagegen die Beteiligung an der Ion Group, einem Unternehmen für Finanzdaten und Software, da die Stimmung gegenüber Softwareunternehmen aufgrund von Bedenken nachließ, dass sich neue KI-Tools negativ auf deren Geschäftsmodelle auswirken oder sie sogar ersetzen könnten. Das Engagement im Chemieunternehmen Synthomer belastete die Renditen vor dem Hintergrund eines anhaltenden globalen Abschwungs im Sektor. Das Unternehmen vermeldete im 4. Quartal eine leichte Steigerung der Gewinnmargen, nachdem es sich stärker auf höhermargige Speziallösungen und verschiedene Initiativen zur Kostensenkung konzentriert hatte. Dem Anschein nach wird der Gewinn im Gesamtjahr aber dennoch schlechter ausfallen als allgemein erwartet worden war. Eine neue Position im Zahlungsdienstleister Worldline war ebenfalls abträglich, da sich die Anleihen nach dem Kauf unterdurchschnittlich entwickelten. In Zusammenarbeit mit der Finanzierungsplattform YouLend kündigte das Unternehmen im Januar die Einführung einer innovativen neuen Lösung an, die kleinen und mittleren Unternehmen in Europa schnellen Zugang zu Kapital ermöglichen wird. Mit der neuen Lösung können Unternehmen in nur 48 Stunden Kredite in Höhe von bis zu 250.000 EUR aufnehmen, wobei die Rückzahlungen automatisch mit ihrem täglichen Umsatz verknüpft sind.

Aktivitäten
Der Fonds beteiligte sich während eines lebhaften Starts in das neue Jahr an zwei Transaktionen auf dem Primärmarkt und kaufte neu ausgegebene Anleihen des Gesundheitsunternehmens FIS und des Glücksspielanbieters Betclic. Betclic verwendete die Erlöse aus der letztgenannten Emission zur Finanzierung der Übernahme des Sportwettenanbieters Tipico Group.

Auf dem Sekundärmarkt eröffneten wir neue Positionen in Worldline, dem Abfallmanagementunternehmen Biffa Group, dem Glücksspielunternehmen Entain, dem Heizungs- und Klimaanlagenbauer Copeland, dem Tiernahrungs-Franchise Fressnapf, dem Hotelbetreiber Motel One und Ephios, einem Hersteller medizinischer Geräte. Darüber hinaus stockten wir unsere Positionen in der Immobiliengesellschaft Vivion sowie in den Telekommunikationsunternehmen Iliad und SoftBank auf.

Demgegenüber beendeten wir unser Engagement in dem Telekommunikationsunternehmen Sunrise. Wir reduzierten zudem unsere Position im Autoteileanbieter Antolin. Wir tauschten einen Teil des Fondsengagements in ZF, einem weiteren Hersteller von Autoteilen, in Anleihen desselben Emittenten mit höherem Kupon.

Ausblick
Angesichts der ständigen Veränderungen und der unvorhersehbaren Entwicklung bei Zöllen und Innenpolitik in den USA dürfte die erhöhte makroökonomische Unsicherheit auch in diesem Jahr ein Thema bleiben. Nichtsdestotrotz haben die Sorgen der Anleger über die Auswirkungen der Handelszölle seit dem Marktschock nach Trumps Ankündigung am „Liberation Day“ im April 2025 deutlich nachgelassen, da Vereinbarungen mit mehreren Handelspartnern abgeschlossen und Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und China erzielt wurden. Beide Länder einigten sich im Oktober 2025 auf die Verlängerung von Zollbefreiungen um ein weiteres Jahr. In den letzten Monaten kamen als Volatilitätstreiber zu den Zollängsten noch Sorgen über hohe Kreditaufnahmen von Technologieunternehmen zur Finanzierung von KI-Investitionen sowie die Möglichkeit einer KI-Blase hinzu. Diese Nervosität beim Thema KI dürfte auch weiterhin eine Rolle spielen. Auch die Politik der Zentralbanken wird ein wichtiger Faktor für die Stimmung sein. Während die Gesamtinflation in vielen Ländern in Richtung der Zielniveaus der Zentralbanken zurückgegangen ist, hält insbesondere in Großbritannien und den USA der Inflationsdruck an. Vor dem Hintergrund robuster Wirtschaftsdaten ließ die US-Notenbank die Zinsen bei ihrer Sitzung im Januar unverändert. Wir erwarten jedoch eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik Mitte 2026, nachdem der amtierende Fed-Präsident Jerome Powell im kommenden Mai durch den von Trump nominierten ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh ersetzt wurde. Wir erwarten auch in den kommenden Monaten eine Abschwächung der US-Wirtschaftsindikatoren, da die Verbraucherhaushalte unter Druck stehen und die Verbraucherstimmung weiterhin schwach ist.

Während sich der Wachstumsausblick nach den kürzlich angekündigten Konjunkturmaßnahmen in Deutschland und dem Handelsdeal der EU mit den USA leicht verbessert hat, bleiben Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der US-Zölle auf die Wirtschaft der Eurozone. Die EZB beließ den Leitzins in der zweiten Jahreshälfte 2025 unverändert und hielt an ihrem datenabhängigen Kurs fest, während sich die Inflation nahe dem Zielwert bewegt und das Wachstum im Euroraum weiterhin robust ist. Die EZB-Präsidentin Lagarde hat zwar weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen, aber die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich einer weiteren Lockerung sind zurückgegangen. In China ist die Wirtschaftstätigkeit nach wie vor gedämpft, der Immobiliensektor hat nach wie vor zu kämpfen und die Binnennachfrage bleibt schwach. Die chinesische Regierung versucht weiterhin, mit Konjunkturmaßnahmen die Wirtschaft anzukurbeln und die Auswirkungen von Zöllen auszugleichen. Neben den Wirtschaftsdaten tragen erhöhte geopolitische Risiken zum unsicheren Ausblick bei, darunter die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, der nach wie vor nicht beendete Krieg in der Ukraine und die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf US-Zölle und jüngste geopolitische Entwicklungen, darunter Trumps Versuche, Grönland zu übernehmen, könnten im Westen ebenfalls zu Umwälzungen bei langjährigen geopolitischen und wirtschaftlichen Allianzen führen.

Die aktuell gemeldeten Gewinne von HY-Unternehmen haben größtenteils die Erwartungen erfüllt oder übertroffen und gezeigt, dass viele Unternehmen weiterhin in allgemein guter finanzieller Verfassung sind und nach einer Phase starker Emissionen in den letzten Jahren und gut aufgenommener Refinanzierungen über solide Bilanzen und Liquidität verfügen. Die Aussichten für die Unternehmensgewinne im Jahr 2026 sind positiv, wobei sich die Verschuldungsquote für Emittenten mit BB- und B-Rating allgemein verbessert hat. Wir sehen jedoch eine Kreditschwäche bei einigen Emittenten mit CCC-Rating. Für sich gesehen bleiben die Aussichten für einige Branchen – vor allem Verpackungen und Chemie – schwach, aber stabil, und eine Erholung im Chemiesektor ist nun nicht vor 2027 zu erwarten. In den letzten Wochen haben wir auch Anzeichen einer Schwäche im Technologiesektor gesehen.

Die Ausfallquote für die vergangenen 12 Monate fiel im Dezember auf 3,2 %. Sie lag damit unter dem langfristigen Durchschnitt und dem Höchststand im Mai von 5,2 %. Obwohl die Rückzahlungsquote weiterhin deutlich über dem historischen Durchschnitt liegt, ist sie auf 62 % gesunken, sodass die 12-Monats-Verluste bei 1,2 % liegen. Wir erachten die längerfristigen Aussichten für Zahlungsausfälle als moderat; unsere Ausfallprognose für die 12 Monate ab Dezember 2025 ist gegenüber unserer 12-Monatsprognose vom Mai von 5,1 % um 2,1 % zurückgegangen. Die Verbesserung der Gesamtprognose wird weitgehend durch den oben erwähnten Abschluss bereits bekannter Umstrukturierungsmaßnahmen angetrieben, wobei einige der größeren Ausfallkandidaten mit erhöhtem finanziellen Spielraum erneut auftauchen. Für diejenigen, die noch übrig sind, spiegelt sich die Verschlechterung bereits weitgehend in den Marktpreisen wider. Alles in allem sind wir auch generell konstruktiver, womit wir die geringere Zollunsicherheit und die proaktive Refinanzierungsaktivität widerspiegeln.

Der europäische High-Yield-Primärmarkt startete stark in den Januar, und die Aktivität wird in den kommenden Monaten voraussichtlich robust bleiben. Wir erwarten darüber hinaus eine Zunahme des Angebots auf dem Primärmarkt im Zusammenhang mit KI-Finanzierungen sowie eine erhöhte Emissionstätigkeit im Zusammenhang mit Unternehmensaktivitäten (LBOs, M&A und Ausschüttungen an Aktionäre). Die Zuflüsse in europäische HY-Fonds waren im Jahr 2025 positiv. Dieser Trend hat sich vor allem bei ETFs und verwalteten Konten bisher auch im Jahr 2026 fortgesetzt. Die Anlageklasse profitierte 2025 vom Rückgang der globalen Zinssätze und dem Trend zu Hochstufungen, die in den ersten Monaten des Jahres stattfanden. Für die kommenden Monaten erwarten wir, dass Fallen Angels Rising Stars überholen werden. Im Januar trat der Satellitenbetreiber SES Global als Fallen Angel in das europäische High-Yield-Universum ein. Möglicherweise werden wir aber auch weiterhin Fallen Angels sehen, namentlich im Immobiliensektor nach erheblichen Problemen aufgrund höherer Finanzierungskosten und struktureller Veränderungen. Generell ist aber die Anzahl von Fallen Angel-Kandidaten in diesem Sektor angesichts der verbesserten Stimmung durch fallende Zinsen und Veräußerungen von Vermögenswerten zurückgegangen.

Die Spreads liegen weiterhin innerhalb des langfristigen Durchschnitts, während die Renditen im Einklang mit dem langfristigen Median stehen. Die Durationen (ein Maß für die Zinssensitivität von Anleihen) befinden sich jedoch nahezu auf historischen Tiefstständen. Die höheren Kupons, die für neu begebene Anleihen angeboten werden, haben höhere Breakeven-Raten (wie hoch Spreads steigen können, bevor die Gesamtrendite einer Anleihe negativ wird), was ein bedeutendes Polster im Falle einer Spreadweitung bietet. Dennoch erkennen wir an, dass die aktuellen Bewertungen nur wenig Spielraum für eine Eskalation der geopolitischen Spannungen oder einen Konjunkturabschwung einpreisen und dass die Marktvolatilität gestiegen ist und zumindest in nächster Zeit wahrscheinlich erhöht bleiben wird. Wir sind der Ansicht, dass das erhöhte Ausfallrisiko für Anleihen überschuldeter Unternehmen weitgehend in den Marktpreisen berücksichtigt ist. In letzter Zeit haben wir jedoch eine zunehmende Spaltung des Marktes beobachten können, wobei die Performanceunterschiede von höher bewerteten Anleihen und CCC-Titeln weiterhin größer werden. Wir gehen davon aus, dass sich diese Dynamik in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Solange keine größere Klarheit über die Auswirkungen der Zölle besteht – insbesondere darüber, wie verschiedene Sektoren betroffen sein werden – bleiben wir gegenüber dem Gesamtmarkt vorsichtig und bevorzugen Engagements, die am wenigsten anfällig für zollbedingte Risiken sind.

Siehe auch

Managersichten SJB Substanz: Pictet Global Megatrend Selection (WKN A0X8JX) Januar 2026

SJB | Korschenbroich, 25.02.2026. Aktien begannen das Jahr mit soliden monatlichen Gewinnen. Der Anstieg der Aktienkurse spiegelte den Optimismus hinsichtlich einer breit angelegten Verbesserung der Unternehmensgewinne und der anhaltenden geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen der wichtigsten Zentralbanken weltweit wider. Abgabedruck gab es hingegen im Technologie- und Software-Sektor. In diesem Marktumfeld erzielte der Pictet Global Megatrend Selection I EUR (WKN …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert