FondsAnalyse: SJB FondsEcho. TBF Japan (WKN A2H68C, ISIN DE000A2H68C4)

Dr. Volker Zenk, FondsAnalyst SJB FondsSkyline 1989 e.K.

SJB FondsEcho

Über viele Jahre wurde der japanische Aktienmarkt von internationalen Investoren nur wenig beachtet und fristete ein Schattendasein. Dies ändert sich nun, denn der japanische Nikkei-Index hat ein neues Allzeithoch von über 65.000 Punkten erreicht und damit die Aufmerksamkeit nicht nur charttechnisch orientierter Anleger auf sich gezogen.

FondsManager Peter Dreide von TBF Global Asset Management, der seit über zwölf Jahren den TBF Japan verwaltet, kennt die Gründe für diese Entwicklung: In Japan finden sich attraktiv bepreiste Qualitätsunternehmen, die langfristig beste Wachstumsaussichten besitzen und gerade im Vergleich zu US-Titeln noch günstig bewertet sind. Zudem arbeiten japanische Unternehmen intensiv daran, Shareholder-Value-Prinzipien umzusetzen und durch steigende Ausschüttungen und verbesserte Gewinnmargen Wert für ihre Aktionäre zu erwirtschaften. Parallel sorgen der aktuell schwache Yen sowie der Trend zu strukturellen Reformen für Unterstützung des japanischen Aktienmarktes.

Der TBF Japan EUR I (WKN A2H68C, ISIN DE000A2H68C4) wurde im November 2013 aufgelegt und investiert in ein konzentriertes Portfolio aussichtsreicher japanischer Aktien, die im Rahmen eines aktiven Investmentansatzes ausgewählt werden. Der Japan-Fonds verfügt über ein Volumen von aktuell 2,22 Milliarden JPY, was umgerechnet 11,92 Millionen EUR entspricht; die hier thematisierte Tranche ist währungsgesichert gegenüber dem Euro und verwendet keine Benchmark. Die zur Titelauswahl angewandte Stockpicking-Strategie hat sich langfristig als sehr erfolgreich erwiesen: Seit Auflage wurde eine Wertentwicklung von +222,0 Prozent auf Eurobasis verzeichnet, über den letzten Fünfjahreszeitraum ergibt sich eine Performance von +108,14 Prozent in Euro. Auch kurzfristig haben die ausgewählten Japan-Aktien eine höchst attraktive Performance generiert: Allein seit Jahresbeginn legte der TBF Japan um +26,89 Prozent zu. Wie sieht die Anlagestrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Stockpicking. Praktiziert.

Der TBF Japan strebt eine langfristige Wertsteigerung des FondsVermögens an und investiert in aussichtsreiche Aktien von Unternehmen mit Sitz in Japan. Die Titelauswahl erfolgt nach Stockpicking-Kriterien und frei von jeder Benchmark – wichtigste Entscheidungskriterien sind Unternehmensbesuche vor Ort sowie das datenbankgestützte TBF-Analyse-Verfahren. FondsManager Peter Dreide sieht das Land weniger als eine Exportnation an, sondern begreift Japan als eine Gesellschaft im Wandel, die sich durch Reformen in Staat und Unternehmen verbesserte Rahmenbedingungen schafft. Zwar ist Japans Ökonomie unmittelbar vom Rest der Welt abhängig, da viele Exportgüter aus dem Technologiesektor kommen, doch gerade Unternehmen, die auf den japanischen Binnenmarkt fokussiert sind, sieht Dreide als lohnende Investmentziele. Viele der Themen, die derzeit für Japan sprechen, kämen aus dem Binnenmarkt, berichtet der Japan-Experte: So habe sich die Regierung ambitionierte Klimaziele gesetzt und vollführe eine Energiewende, die umfangreiche Investitionen erfordere. Zugleich sorge die fortschreitende Digitalisierung Japans für hohen Investitionsbedarf, auch Stromnetze und Rechenzentren müssten erneuert werden. Am Ende des Selektionsprozesses des TBF Japan steht ein handverlesenes Aktien-Portfolio von Unternehmen, die alle persönlich besucht wurden und mit deren Geschäftsführung regelmäßige Kontakte bestehen. Der Fonds enthält relativ wenig Technologie- und KI-Aktien und präferiert Firmen, die damit beschäftigt sind, Japan für die Digitalisierung und die Energiewende fit zu machen, vor allem liquide Mid und Large Caps. Wie ist das FondsPortfolio im Einzelnen zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Industrietitel. Führend.

In der Branchenallokation des TBF Japan liegen Industrieunternehmen mit einem Anteil von 46,2 Prozent klar auf dem ersten Platz. Der Konsumgüter-Sektor bringt es auf einen Anteil von 15,4 Prozent, Technologie-Aktien sind mit 13,3 Prozent im Portfolio vertreten. Durchschnittlich stark ist die Gewichtung, die FondsManager Peter Dreide bei Gesundheitstiteln (7,1 Prozent) sowie bei Versorgern (5,7 Prozent) vornimmt. Der Grundstoffsektor deckt 3,4 Prozent des FondsVolumens ab. Immobilienaktien repräsentieren 1,4 Prozent des FondsVermögens, das durch kleinere Bestände im Energiesektor (1,3 Prozent) komplettiert wird. Per Ende April liegt die Liquiditätsquote des TBF-Fonds bei 7,1 Prozent.

Bei den bevorzugten Einzeltiteln liegen große japanische Industrieunternehmen wie Mitsubishi Heavy und Japan Steel Works vorn unter den Top 10-Positionen. Beide Firmen sind stark an der Erneuerung der japanischen Infrastruktur (Strom- und Energienetze, Pipelinebau) beteiligt. Größte Einzelposition des TBF Japan stellt aktuell die Aktie von Fujikura Ltd. dar, ein Elektrotechnologie-Unternehmen, das Kabel und Bauteile für den Energie- und Telekommunikationssektor herstellt. Aus dem Konsumsektor befindet sich der Modehändler Fast Retailing unter den Top-Positionen, während die Branche der IT-Dienstleister durch die Aktie von NEC Corp. vertreten wird. Ein stark spezialisierter Wert wie Hoya, führender japanischer Hersteller von Spezialglas und optischen Komponenten, rundet das Segment der zehn größten Einzelpositionen des TBF Japan ab.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Hoch.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den TBF Japan dem Nikkei 225 NR JPY als Benchmark gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit dem breit gestreuten japanischen Aktienindex zeigt eine ausgeprägte Übereinstimmung. Mit 0,87 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr fällt sie mit 0,94 noch etwas stärker aus. Die Kursentwicklung von Fonds und Benchmark verläuft weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,76, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,88 an. Damit haben sich mittelfristig 24 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 12 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Peter Dreide zuletzt eine geringer vom breiten Markt abweichende Titel- und Sektorengewichtung verfolgte. Der Tracking Error des TBF-Fonds liegt für drei Jahre bei moderaten 10,40 Prozent, Marktstratege Dreide geht demnach keine hohen aktiven Risiken ein. Welche Schwankungsneigung hat der Japanfonds zu verzeichnen?

 FondsRisiko. Volatilität. Geringer.

Der TBF Japan hat für den letzten Dreijahreszeitraum mit 17,77 Prozent die geringere Schwankungsbreite als der Nikkei 225 als SJB-Referenzindex aufzuweisen, der es auf eine Volatilität von 21,12 Prozent bringt. Über ein Jahr weist der aktiv gemanagte Aktienfonds hingegen die ausgeprägtere Schwankungsbreite als die passive Japan-Benchmark auf: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 25,22 Prozent, während der Nikkei 225 eine Volatilität von 23,16 Prozent an den Tag legt. Die Daten zeigen, dass der an Stockpicking-Kriterien orientierte Fonds mit seiner aktiven Titelselektion längerfristig die günstigere Risikostruktur als der breite japanische Aktienmarkt aufweist – ein Wettbewerbsvorteil für den von Deutschland aus gemanagten Japan-Fonds. Was trägt die Beta-Analyse zur FondsBewertung bei?

Der TBF Japan verzeichnet über drei Jahre ein attraktives Beta von 0,82 und befindet sich mit seiner Schwankungsanfälligkeit unter Marktniveau. Für ein Jahr legt die Kennzahl leicht auf 0,86 zu, liegt aber weiter unter dem neutralen Wert von 1,00. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre liefert ein eindeutiges Bild: Die Risikokennziffer des TBF Japan rangiert in 34 der 36 betrachteten Einzelzeiträume unter Marktniveau, was durch Alpha-Werte von zutiefst 0,19 dokumentiert wird. Lediglich in zwei Analyseperioden hat der Fonds eine höhere Schwankungssensitivität als der Marktrisikofixwert von 1,00 zu verzeichnen, wobei das Beta einen Wert von 1,03 in der Spitze annimmt. Damit überwiegen in der Beta-Analyse ganz klar die Zeitperioden, in denen sich der Fonds weniger volatil als die Benchmark präsentiert und ein günstigeres Risikoprofil aufweist. Welche Renditen kann FondsManager Dreide auf dieser Basis generieren?

FondsRendite. Performance. Attraktiv.

Per 12. Mai 2026 hat der TBF Japan über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +98,49 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +25,67 Prozent p.a. entspricht. Damit entwickelt sich der Japan-Fonds klar besser als der marktbreite Nikkei 225 Index: Die SJB-Benchmark verzeichnet über drei Jahre eine Gesamtrendite von +76,34 Prozent auf Eurobasis, was einem jährlichen Ergebnis von +20,81 Prozent gleichkommt. Beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung fällt der Performancevorsprung des TBF-Fonds noch beeindruckender aus: Mit einer Jahresrendite von +68,92 Prozent in Euro präsentiert sich die Wertentwicklung des aktiv gemanagten FondsProduktes weit stärker als die des Nikkei-Vergleichsindex von +48,04 Prozent. FondsManager Peter Dreide gelingt es hier mit seiner Stockpicking-Strategie, in beiden untersuchten Zeiträumen eine hohe Mehrrendite zum breiten Markt zu erzielen, die vor allem kurzfristig mit einer Outperformance von über 20 Prozentpunkten überzeugt. Wie schlägt sich dies in den Alpha-Werten des Japanfonds nieder?

Das Alpha des TBF-Fonds liegt über drei Jahre bei 5,62 und damit klar im grünen Bereich. Noch stärker im positiven Terrain bewegt sich die Kennzahl auf Jahressicht mit 17,21. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre zeigt sich, dass der TBF-Fonds überwiegend erfolgreicher als die SJB-Benchmark agierte. In 25 der untersuchten 36 Einzelperioden gab es ein positives Alpha bis 27,74 in der Spitze zu verzeichnen, elf der untersuchten Zeitintervalle warten mit einem Alpha im roten Bereich auf, wobei die Alpha-Werte des Fonds auf zutiefst -7,58 zurückgehen. Die in rund zwei Dritteln der Analysezeiträume erreichte Outperformance dient als Qualitätsbeweis für den Fonds von Marktstratege Dreide, der aus dem Renditewettbewerb mit dem japanischen Aktienmarkt als Gesamtsieger hervorgeht. Die mit 1,01 klar positive Sharpe Ratio über drei Jahre belegt abschließend das attraktive Rendite-Risiko-Profil des TBF-Fonds.

Dr. Volker Zenk, FondsAnalyst SJB FondsSkyline 1989 e.K.

SJB Fazit. TBF Japan.

Durch immer neue Allzeithochs ist der japanische Aktienmarkt in den letzten Monaten wieder in den Fokus international orientierter Investoren gerückt. Die Argumente, die für eine Fortsetzung des Kursaufschwungs sprechen, sind geblieben: Reformen im Unternehmenssektor, ein günstiger Yen und der aufstrebende Binnenkonsum. Hinzu kommt die notwendige Erneuerung der Infrastruktur, um Strom- und Energienetze für die Digitalisierung fit zu machen. In diesem Umfeld findet FondsManager Peter Dreide beste Anlagechancen für seine Stockpicking-Strategie, in deren Rahmen er qualitativ hochwertige Unternehmen mit angemessenen Bewertungen für den TBF Japan auswählt. Besonders die kurzfristige Outperformance des konzentrierten Portfolios überzeugt!

Siehe auch

FondsAnalyse: SJB FondsEcho. CT (Lux) European Short-Term High Yield Bond. (WKN A2PHOQ, ISIN LU1979271944).

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