Pressemitteilung Columbia Threadneedle Investments: Reserven als Versicherung: US-Dollar verliert Anteile, aber nicht seine Macht

Columbia Threadneedle | Frankfurt am Main, 12.08.2026

„Zentralbanken bauen ihre Devisenreserven zwar weiter auf, setzen diese aber kaum ein – stattdessen nutzen sie sie zunehmend als Schutz gegen geopolitische Risiken und Sanktionen“, sagt Gary Smith, Head of EMEA Client Portfolio Manager Team, Fixed Income, bei Columbia Threadneedle Investments. Ob der US-Dollar als wichtigste Reservewährung Konkurrenz bekommt, welche anderen Trends er bei Fremdwährungen sieht und wie er diese Entwicklungen einschätzt, erläutert der Experte im Marktkommentar:

Die Zentralbanken bauen ihre Devisenreserven weiter aus, greifen bislang aber nur selten auf sie zurück – ein wachsendes Paradoxon im internationalen Währungssystem. Der Grund: In einer Welt geopolitischer Spannungen, fragmentierter Lieferketten und wiederkehrender wirtschaftlicher Schocks dienen Reserven zunehmend als Versicherung gegen Krisen und Abhängigkeiten.

Verliert der US-Dollar dadurch seine Bedeutung als wichtigste Reservewährung? Reservemanager gehen tatsächlich davon aus, dass der Anteil des US-Dollars an den weltweiten Reserven weiter zurückgeht – ein Trend, der bereits seit Jahren anhält. Von einem Niedergang des Dollars kann dennoch keine Rede sein. Er profitiert weiterhin von einem großen, hochentwickelten Kapitalmarkt, unübertroffener Liquidität und seiner zentralen Rolle im globalen Finanzsystem. Zu beobachten ist daher keine „Entdollarisierung“, sondern eine schrittweise und breiter angelegte Diversifizierung.

Gold profitiert, die Streuung nimmt zu

Wenn Zentralbanken Schutz vor geopolitischen Risiken und sanktionsbedingten Unsicherheiten suchen, profitiert vor allem einer: Gold. Zugleich verteilen die Banken ihre Reserven auf ein breiteres Spektrum von Währungen, anstatt auf einen einzelnen Rivalen des Dollars zu setzen.

Dahinter steht ein grundlegender wirtschaftspolitischer Wandel: Vertrauen, Widerstandsfähigkeit und finanzielle Souveränität gewinnen gegenüber reiner Effizienz an Bedeutung. Viele Staaten sind bereit, für größere wirtschaftliche Sicherheit höhere Kosten und gewisse Effizienzverluste in Kauf zu nehmen.

Das verändert die Verwaltung von Währungsreserven, beeinflusst internationale Kapitalströme und prägt zunehmend die globale Finanzarchitektur. Der US-Dollar bleibt zwar fest im Zentrum des Systems. Zugleich entwickelt sich jedoch die internationale Reservelandschaft in Richtung größerer Fragmentierung und breiterer Diversifizierung. Entscheidend ist deshalb nicht mehr, ob Zentralbanken ihre Reserven breiter aufstellen, sondern wie schnell und wie weit sie dabei gehen.

Über Columbia Threadneedle Investments
Columbia Threadneedle Investments ist ein führender global tätiger Asset Manager, der eine breite Auswahl an Investmentstrategien und -lösungen für private, institutionelle und Firmenkunden weltweit anbietet. Das Unternehmen beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter:innen, darunter mehr als 650 Investment-Expert:innen in Nordamerika, Europa und Asien und verwaltet 554 Mrd. € in den Bereichen Aktien, Anleihen und Multi-Asset, Lösungen und Alternativen.

Columbia Threadneedle Investments ist die weltweit tätige Asset-Management-Gruppe von Ameriprise Financial, Inc. (NYSE:AMP), einem führenden, in den USA ansässigen Finanzdienstleister. Als Teil von Ameriprise werden wir von einem großen und gut kapitalisierten, diversifizierten Finanzdienstleistungsunternehmen unterstützt.

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