Columbia Threadneedle | Frankfurt am Main, 05.11.2026
Die US-Zwischenwahlen haben den Demokraten einen beeindruckenden Sieg beschert. Sie konnten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewinnen. Doch was bedeutet das für Anleger?
Präsident Donald Trump hatte die Wähler dazu aufgerufen, so abzustimmen, als stünde sein eigener Name auf dem Wahlzettel. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Wahlergebnis als deutliche Absage an die Politik der amtierenden Regierung interpretieren.
Trump war 2024 mit dem Versprechen gewählt worden, die Inflation werde „vollständig verschwinden“. Der anhaltende Konflikt mit dem Iran, der die US-Benzinpreise im Jahresvergleich um 40 Prozent in die Höhe getrieben hat, erweist sich innenpolitisch jedoch als äußerst kostspielig. Die Inflation liegt weiterhin deutlich über dem Zielwert und übersteigt seit sechs Monaten das Lohnwachstum in den USA. Die amerikanischen Verbraucher reagieren auf die gestiegenen Preise damit ähnlich wie bei der Wahl 2024, als Joe Biden und Kamala Harris vor dem Hintergrund einer hartnäckig hohen Inflation und der damit verbundenen Kaufkraftverluste eine Niederlage hinnehmen mussten.
Geteilte Macht begünstigt Aktienmärkte
Aus makroökonomischer Sicht zeigt die Vergangenheit, dass eine geteilte politische Macht in Washington für die Märkte in der Regel ein günstiges Umfeld schafft. Denn die gegenseitige Blockade der politischen Lager führt dazu, dass größere Gesetzesvorhaben kaum umgesetzt werden können. Unmittelbare Sorgen etwa über eine strengere Regulierung künstlicher Intelligenz könnten daher überzogen sein, zumal Präsident Trump weiterhin die Möglichkeit hat, gegen unliebsame Gesetze sein Veto einzulegen.
Historisch betrachtet tendieren die Aktienmärkte nach Zwischenwahlen zu Kursgewinnen – und das nahezu unabhängig von deren Ausgang. Zudem ist das dritte Jahr einer US-Präsidentschaft gemessen an den historischen Renditen das stärkste. Sorgen bereiten allerdings weiterhin das hohe US-Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung mit Blick auf die nächste Schuldenobergrenze. Eine Einigung über den Haushalt noch vor Januar könnte das Risiko politischer Machtproben und eines Regierungsstillstands verringern. Allerdings kann das US-Finanzministerium zunächst auf Sondermaßnahmen zurückgreifen, bevor die Schuldenobergrenze tatsächlich bindend wird.
Fundamentaldaten trotzen politischer Unsicherheit
Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass sich politische Unsicherheit und Marktvolatilität voneinander entkoppelt haben. Trotz erheblicher politischer Unruhe konzentrierten sich die Märkte weiterhin auf die fundamentalen Faktoren: ein kräftiges Gewinnwachstum der Unternehmen und ein solides wirtschaftliches Umfeld. Sollten diese beiden Faktoren Bestand haben, dürften auch verschärfte politische Machtkämpfe die positive Marktdynamik nicht zwangsläufig ausbremsen. Sollte die Risikobereitschaft der Anleger jedoch nachlassen, könnten dafür durchaus politische Entwicklungen verantwortlich sein – insbesondere der Energiepreisschock und dessen Auswirkungen auf Inflation und Zinsen. Eine innenpolitische Blockade in den USA dürfte für sich genommen hingegen ein positives Umfeld für die Finanzmärkte schaffen.
Über Columbia Threadneedle Investments
Columbia Threadneedle Investments ist ein führender global tätiger Asset Manager, der eine breite Auswahl an Investmentstrategien und -lösungen für private, institutionelle und Firmenkunden weltweit anbietet. Das Unternehmen beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter:innen, darunter mehr als 650 Investment-Expert:innen in Nordamerika, Europa und Asien und verwaltet 554 Mrd. € in den Bereichen Aktien, Anleihen und Multi-Asset, Lösungen und Alternativen.
Columbia Threadneedle Investments ist die weltweit tätige Asset-Management-Gruppe von Ameriprise Financial, Inc. (NYSE:AMP), einem führenden, in den USA ansässigen Finanzdienstleister. Als Teil von Ameriprise werden wir von einem großen und gut kapitalisierten, diversifizierten Finanzdienstleistungsunternehmen unterstützt.